Print to Net PartIIWas ist bei der Verwendung von QR Codes zu beachten

"Print to Net Part II" oder Was ist bei der Verwendung von QR-Codes zu beachten?

Visitenkarten als QR-Code

Gern wird die Möglichkeit von QR-Codes genutzt, vollständige Kontaktdaten in Form einer vcf-Datei zu übergeben. Die Verwendung ist so genial wie problematisch: praktisch, dass der Empfänger der Kontaktdaten keinerlei Tipparbeit leisten muss und den vollständigen Datensatz mit sauber zugeordneten Feldern in seinem Adressbuch findet.

Allerdings führen die umfangreichen Angaben zu einem ausufernden Code, welcher nicht selten unlesbar wird. Dabei muss man natürlich auch beachten, dass Benutzer älterer oder günstigerer Geräte nicht außen vor bleiben, auch wenn das aktuelle iPhone keine Probleme mit der Erkennung hat.

Die Lösung:

man stellt die Visitenkarte als VCF-Datei zum Download bereit und gibt auf dem QR-Code nur den möglichst verkürzten Link an.


Das Problem ist allerdings, dass derzeit weder der Browser von Android noch der von iOS nativ mit vcf-Dateien umgehen können.

Für Android ist die Abhilfe noch recht einfach, wenn man die nachstehenden Zeilen in eine htaccess-Datei kopiert. Der Header veranlasst den Browser zu einem Download, und der richtige Mimetype verrät dem System wie es mit der Datei verfahren soll. Da die VCF-Dateien sowieso winzig sind, kann man getrost auf eine Kompression verzichten.

<Files *.vcf>
ForceType text/x-vcard
Header set Content-Disposition attachment
SetEnvIfNoCase Request_URI \.vcf$ no-gzip dont-vary
</Files>


Mit einem Klick auf Datei bietet Android das Hinzufügen des Kontakts an:


Bei iOS ist es schon ein wenig komplizierter. Von den verschiedenen Lösungsvorschlägen, die derzeit im Netz zu finden sind, lässt sich der Umweg über eine Kalenderdatei mit angehängter Visitenkarte gut implementieren, und der Benutzer muss keine weiteren Angaben machen. Man erweitert den htaccess-Code noch um ...

<Files *.vcf>
RewriteCond %{HTTP_USER_AGENT} .*Mobile.*Safari
RewriteRule ^(.*)\.vcf$ ./save_vcf_iphone.php?vcf-file=$1 [L]
</Files>


.. und lädt sich ein passendes php-Skript herunter, welches die vcf-Datei on-the-fly in eine ics-Datei verpackt. Das Bequeme an dieser Lösung ist, dass alle anderen Systeme davon unberührt bleiben.




Design-QR-Codes

Im Jahre 2008 kam ein findiger Kopf auf die Idee, die Fehlerkorrektur-Informationen von QR-Codes für die freie Gestaltung zu nutzen. Seitdem inspirieren QR-Codes die Designer. Selbstverständlich ist bei solchen 'Spielereien' der eigentliche Sinn nicht aus den Augen zu verlieren: ist der Code nachher unlesbar, ist das ein frustrierendes Erlebnis für den Benutzer. Bei der Überprüfung der Lesbarkeit ist zu beachten, dass sowohl unterschiedliche Hardware als auch ein breites Spektrum an Software in Verwendung ist. Ein einzelner geglückter Lesevorgang auf einem High-End-Gerät mit aktuellster Software, sollte nicht einzig ausschlaggebend für die Verwendung des Codes sein.



Welche Arten von Design-QR-Codes sind möglich?


LowRes Logo

Hier wird die Pixelstruktur des QR-Codes verwendet um ein Logo darzustellen. In Kombination mit der Veränderung der Farben (s.u.) erhält man dabei einen netten Effekt.

HighRes Logo

Da man nicht auf die 'Auflösung' des Codes beschränkt ist, lassen sich auch feinere Strukturen realisieren. Prinzipiell ist zu beachten, dass nicht zu viele Pixel betroffen sind.

  • Farben verändern

Ausreichender Kontrast zum Untergrund vorausgesetzt
lassen sich die Farben frei definieren.

Fotos hinterlegen

Auch bei der Verwendung von Fotos
ist auf genügend Kontrast zu achten.

Formen verändern

Das ist ein hübsches Beispiel, bei dem sich die Veränderung der Form einzelner Pixel so nahe am 'kantigen' Original bewegt, das die Lesbarkeit voll erhalten bleibt.

Umgebung fortführen

Zwar empfiehlt die Spezifikation eine Quietzone, also freien einen Bereich um den Code herum, in einem gewissen Rahmen lässt sich diese Vorgabe aber vernachlässigen.



Welche Ideen funktionieren weniger gut?


dreidimensionale Darstellung

Eine nette Idee und ein toller Effekt ...
aber leider vollkommen unlesbar.

Verzerrung

Ist ein QR-Code verdreht, können die meisten Reader den Code entziffern, eine Verzerrung hingegen verhindert die Decodierung allerdings wirkungsvoll. Das sollte man auch im Hinterkopf behalten, wenn man Codes auf unebene Verpackungen unterbringt.

zu extreme Veränderung

Selbst wenn dieser Code mit einzelnen Readern noch zu lesen ist: das Gros an Software im Umlauf sieht hier keinen Code mehr.

negative Darstellung

Obwohl der Kontrast ausreichend wäre,
können viele Reader negative Codes nicht lesen.

zu unterschiedliche Kontraste

Wenn der Kontrast innerhalb des Codes zu stark schwankt, wird der Code unlesbar.



Eine Sonderstellung nimmt der QArt Coder von Russ Cox ein. Ein schnippischer Algorithmus hängt an den URL weitere Daten an. Als Trennzeichen wird das Hash-Symbol verwendet, welches bei URLs ermöglicht, einen Anker direkt anzuspringen. Die angehängten Daten füllen den QR-Code so auf, dass das gewünschte Bild entsteht. Dabei werden – anders als bei allen anderen Design-Codes – keine Informationen zerstört, welche die Fehlerkorrektur anschließend ausbessern muss.


Fazit:

Prinzipiell lässt sich sagen, dass Design-QR-Codes ausführlich getestet werden sollten. Im Zweifel ist es besser zugunsten der Lesbarkeit auf ein wenig Spielerei zu verzichten.

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