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Mythen ueber Dateiformate von Bildern fuer die Druckproduktion
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Mythen über Dateiformate von Bildern für die Druckproduktion

Bilder werden auf Computern in verschiedenen Datenformaten gespeichert. Der genaue Aufbau dieser binären Darstellungsformen ist zwar nur etwas für hartgesottene Programmierer, aber ein gestandener Grafiker bzw. geneigter 'Druckdaten-Ersteller' sollte schon über etwas Grundwissen bezüglich der Besonderheiten gängiger Bildformate verfügen. Aufgrund der rasanten Weiterentwicklung im digitalen Bereich sind einige 'Bild-Weisheiten' zu urbanen Legenden verkommen.

Mythos 1:

TIF ist das optimale Bildformat für die Druckproduktion.

Das Tagged Image File Format, eigentlich richtig TIFF abgekürzt, belegte lange den Spitzen­platz wenn es um Kompatibilität und Sicherheit bei der Verwendung von Bilddaten ging. Und das eigentlich schon immer zu Unrecht. Die Komplexität des Dateiformats macht es Entwicklern sehr schwer, die ganze Vielfalt der Möglichkeiten dieses Formats zu unter­stützen. Hier ein kleiner unvoll­stän­diger Ein­druck von mög­lichen TIFF-Features, die Probleme bei der Abbildung im Druck verursachen können:

  • unterstützt verschiedene verlustlose und verlustbehaftete (!) Kompressionsalgorithmen (LZW, DCT, JPG)
  • kann Transparenzen enthalten
  • unterschiedliche Auflösungen in einem Dokument möglich
  • kann mehrere Seiten enthalten
  • Ebenen mit unterschiedlichen Kompressionsalgorithmen (RLE und ZIP) möglich
  • ermöglicht unterschiedliche Pixelanordnungen (RGBRGB oder RRRGGGBBB)
  • unterschiedliche Bytereihenfolgen (Byte-Order) möglich


Faktisch sind TIFF-Dateien nur dann auf vielen Systemen lesbar, wenn man sie als Base­line mit reduzier­ten Funktions­um­fang speichert.

Mythos 2:

Ein JPG wird immer schlechter, wenn es mehrmals ge- bzw. überspeichert wird.

JPG ist ein Bildformat, welches unter dem Aspekt möglichst geringe Daten­mengen zu erzeugen für die Speicherung vom fotoähnlichen Bilddaten entwickelt wurde. Es macht sich die Beson­derheiten des mensch­lichen Seh­apparates zu Nutze. Über einen frei defi­nierbaren Qualitäts­faktor (je nach Software von 1 - 100 oder 0 - 12) lässt sich das Verhältnis von Qualität und Datenmenge individuell festlegen, wobei eine geringe Datenmenge mit geringer Bild­qualität gleich­zu­setzen ist. Selbst bei der höchs­ten Qualitäts­stufe kompri­miert das JPG-Format abhängig vom Bild­inhalt auf 5 bis 20% der Original­größe ohne sicht­bare Verlus­te. Zwar verhält sich das Format an sich nicht idempotent (= jedes erneute Speichern führt zu einer weiteren verlust­behaf­teten Kompres­sion), allerdings sind die entstehenden Arte­fakte nur dann auf­fällig, wenn das Bild­material deutlich verän­dert wird, beispiels­weise wenn es um 90° gedreht wird. Wenn nur (kleine) Bereiche des Bildes geändert werden, ist der Generationenverlust in den unveränderten Bildteilen selbst bei Hunderten von Speicher­vor­gängen extrem gering (weniger als 1% Abweichung bei den Farbwerten).


Aufgrund der wiederholten Requantisierung der Daten vererben sich die Kompressionsartefakte im theoretischen Einsatz (z.B. bei der wiederholten Drehung von Bilddaten).

Im realen Einsatz sind die Veränderungen nahezu unsichtbar, da nur veränderte Bildteile neu quantisiert werden müssen.


Da ein Bild im Bearbeitungsprozess in aller Regel nur minimal geändert wird, spielt der Generationenverlust gegenüber der nicht-destruktiven Veränderung eine geringe Rolle.

Mythos 3:

Das Dateiformat PNG hat in der Druckproduktion nichts zu suchen.

Selbst heute, in Zeiten schier unbegrenzter Speicher­möglich­keiten, sind große Daten­mengen oft proble­matisch. Durch die Ver­breitung von Cloud­speicher und der zu­nehmend dezen­tralen Speiche­rung und Verar­beitung von Daten werden immer mehr Daten durch die Kanäle des Inter­nets geschleust. Bei ein paar Mega­byte mag das noch un­proble­matisch sein, handelt es sich aber um einige Gigabyte Bild­daten, die z. B. für einen Katalog zum Ein­satz kommen, muss schon eine leistungs­starke Leitung her, um große Mengen an Bild­daten in annehm­barer Zeit verar­beiten zu können. Außerdem sind viele kosten­lose Speicher­platz-Ange­bote auf Internet­servern auf ein paar Giga­byte beschränkt. Es ist also auch heute noch Spar­sam­keit im Umgang mit Daten­mengen ange­sagt. Möchte man Druck­daten produ­zieren, die Trans­parenzen enthalten, kommt das JPG-Format nicht in Frage. In diesem Fall bietet sich das PNG-Format in seiner verlust­los komprimierten Form auch für Druck­daten an. Verwendet man einen ent­sprechen­den Workflow (z.B. Bilder in RGB-Modus in InDesign platziert) lässt sich damit erheb­lich Platz sparen.

Mythos 4:

Native Datei-Formate sind prinzipiell problematisch.

Zumindest für das native Datenformat von Photoshop™ (PSD) gilt das insbesondere im Zusammenspiel mit InDesign™ nicht. Abgesehen von der Dateigröße stehen im Gegensatz schöne Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Bei Verwendung von Einstellungsebenen lassen sich nicht-destruktive Farbanpassungen nutzen. Anders als der Generationenverlust von verlustbehafteten Kompressionsformaten, würden hier andernfalls Veränderungen an den Farbwerten vererbt und die Qualität bei mehrmaligem Durchlauf merklich sinken.
  • Auch der Einsatz von Ebenen bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Beispielsweise lassen sich Bilddaten an unterschiedlichen Stellen im Dokument mal mit und mal ohne einen Hintergrund verwenden. Oder eine Einstellebene hellt ein Bild auf, wenn Text darüber stehen soll. Da es sich dabei um ein und dieselbe Datei handelt, reflektieren alle Veränderungen (Retuschen) an der Originaldatei direkt auf alle Verwendungen. Auch verschiedene Layoutstadien lassen sich besonders bequem über Ebenenkompositionen darstellen.
  • Beschneidungspfade auf Vektorbasis bieten höchste Qualität bei Freistellern. Beim Export nach PDF und der anschließenden Interpretation eines RIP wird die höchste maschinenverfügbare Auflösung ausgegeben, bei Druckplatten also bis zu 3600 dpi.

FAZIT:
Spielt die Datengröße keine Rolle ist das native Photoshopformat (PSD) erste Wahl. Insbesondere die nicht-destruktive Veränderung der Bilddaten ermöglicht häufiges Verändern der Daten ohne abnehmende Bildqualität. Und übrigens implementiert das PSD-Format ebenfalls eine verlustlose Kompression. Somit haben PSD-Bilder gleichen Inhalts eine geringere Größe als unkomprimierte TIFF-Dateien!

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