Ein Leben ohne Google
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Ein Leben ohne Google

Unvorstellbar? Nein, problemlos möglich. Wir zeigen Ihnen, wie!


Manch ein Benutzer macht sich keinerlei Gedanken über seine Privatsphäre, andere hingegen sind ein wenig übervorsichtig. Zweifelsfrei ist ein überlegter Umgang mit privaten Daten angezeigt. Während man jedoch bislang Geheimdienste, Rasterfahndung und Lauschangriff fürchtete, stehen inzwischen Unternehmen bereit, jedes Tröpfchen an Daten aufzusaugen, das ihnen in die Finger kommt. Dabei steht Google, neben Facebook und Apple, an erster Stelle bei der Sammelwut. Schon allein deshalb, weil Google viele verschiedene Dienste zur Verfügung stellt, die allesamt kostenfrei – wenn auch werbefinanziert – gern verwendet werden.

In den Armen der Krake / Illustration: safer-print

Möchte man sich aus der krakenhaften Umklammerung des Riesen aus Kalifornien lösen, ist es nicht notwendig, jeden Dienst zu meiden. Es ist schon ein Schritt in Richtung 'Datenselbstverteidigung', wenn man einige Dienste standardmäßig durch andere ersetzt.

Auf den ersten Blick erscheint das recht schwierig, aber betrachtet man ein paar Dienste näher, finden sich recht gute Alternativen, welche die Google-Dienste in ihrer Funktionalität teilweise sogar noch übertreffen.

Suchmaschine

Viele Menschen sind tatsächlich der Ansicht, Google würde die einzige Suchmaschine für das Internet zur Verfügung stellen. Frühe Benutzer erinnern sich aber sicher noch an AltaVista, MetaGer und andere. Mehrere Suchmaschinen haben sich in den letzten Jahren angeschickt, Google die Alleinherrschaft streitig zu machen – mit geringem Erfolg. Mit DuckDuckGo sieht die Sache schon etwas anders aus. Aufbauend auf Open-Source-Software und mit einem besonderen Blick auf Anonymität bietet DuckDuckGo Suchergebnisse aus verschiedenen Quellen. Verblüffend sind die sogenannten One-Click-Information, die – eingerahmt in einem roten Kasten – recht häufig exakt die Frage beantwortet, die man eigentlich gestellt hat.

Die Suchmaschine DuckDuckGo

Landkarten

Flott und detailliert präsentiert Google Maps Landkarten von jedem Teil der Erde ... so möchte man meinen. Das es auch noch erheblich präziser geht, zeigt das OpenStreetMap-Projekt welches erst 2006 gestartet ist. Ähnlich der Wikipedia können die Benutzer Fehler im Kartenmaterial korrigieren und neue Details hinzufügen. So finden sich – zugegeben vornehmlich in Ballungsgebieten – Fußwege, Bushaltestellen und sogar Glascontainer. Die aktive Mitarbeit stellt zwar größere Hürden als Wikipedia, aber bei zunehmender Verbreitung von GPS-Geräten gibt es immer mehr Interessierte.

Kartenmaterial bei OpenStreetMap

eMail

Die größte Privatsphäre versprechen die eigenen vier Wände. Das ist auch in der Computerwelt nicht anders. Möchte man nicht, dass Google jede Mail (automatisch) mit liest, bekommt man für sehr wenig Geld einen eigenen Server im Internet, oder wenigstens etwas Webspace. Dort richtet man sich eMailkonten mit dem IMAP-Protokoll ein und installiert z.B. RoundCube. Dieser moderne Webmailclient fühlt sich wie eine Desktopapplikation an und lässt sich von überall aus bedienen. Aufgrund seiner Open-Source-Natur werden Fehler und Sicherheitslücken schnell behoben.

eMails lesen mit RoundCube

Kalender

In der schnelllebigen Computerwelt ist die Abkürzung PIM aus dem Sprachgebrauch weitgehend verschwunden. Der sogenannte Personal Information Manager umfasst neben eMail auch Aufgaben, Kontakte und einen Kalender. Aufgrund der großen Verbreitung von Google Calender synchronisieren sehr viele Programme problemlos. Eine Alternative stellt CalDAV dar. Aufbauend auf der etablierten Technik von WebDAV und dem weit verbreiteten Dateiformat von iCal steht das Projekt auf einer breiten Basis an Servern und Clients. Der Bruder CardDAV kümmert sich dabei um die Synchronisierung der Kontakte.

Kalender und Kontakte mit SoGo verwalten

Onlinespeicher

Nicht in allen Bereichen ist Google immer der Erste. Beim Onlinespeicher beispielsweise liegt Dropbox mit als 100 Millionen Nutzern deutlich vor Google Drive aber auch anderen Alternativen wie SkyDrive von Microsoft. Die Daten von Dropbox werden bei Amazon S3 (Simple Storage Solution) aufbewahrt und ausgesprochen bequem synchronisiert. In Anbetracht der größtmöglichen Privatsphäre sollte man aber auch beim Datenspeicher den Blick Richtung eines eigenen Servers und dem Protokoll WebDAV werfen oder Daten wenigstens verschlüsselt auf fremde Server speichern.

Daten austauschen und synchronisieren mit Dropbox

RSS-Reader

RSS steht für Rich Site Summery und kann salopp mit den aktuellen Schlagzeilen von Webseiten gleich gesetzt werden. Mit so einem RSS-Reader kann man leicht 20 bis 30 Nachrichtenquellen im Blick behalten. Wie auch bei eMail gibt es eine gute Alternative des webbasierten RSS-Client von Google: selfoss. Schnell installiert und optisch gut anpassbar zeigt sich diese quelloffene Anwendung und sogar ein spezielle Ansicht auf Mobilgeräten ist im Angebot. [Update 07/2013] Da Google den Dienst Google Reader deaktiviert muss man nun ohnehin eine Alternative suchen.

RSS-Feeds lesen mit selfoss

Websitetracker

Google Analytics hat in Deutschland unter Websitebetreibern ja schon für einiges Aufsehen gesorgt, als aus juristischen Kreisen die Zahl von 50.000 € Strafe für die Benutzung zu hören war. Die einfache Einbindung und die ansehnlichen Ergebnisse locken immer noch viele Webmaster zu Analytics. Dabei gibt es gerade im Bereich der Logfileanalyse, aber sogar für Heatmaps exzellente Alternativen. Gegenüber dem Urgestein webalizer bietet AWStats einen erheblich größeren Funktionsumfang. Aufgehübscht mit ein paar Web-2.0-Funktionen kann jAWStats Google Analytics leicht das Wasser reichen. Auch sehenswert ist Piwiki – ein weiteres Open-Source-Projekt mit Echtzeitanalyse – datenschutzrechtlich übrigens absolut unbedenklich!

Webtracking mit jAWStats

Übersetzungen

Maschinelle Übersetzungen in hoher Qualität lassen noch ein wenig auf sich warten. Dennoch leisten Wörterbücher und Übersetzungsmaschinen gute Dienste, wenn es darum geht den grundsätzlichen Sinn in fremdsprachigen Texten zu verstehen. Da es prinzipbedingt einfacher ist einzelne Worte zu übersetzen bietet LEO seit Mitte der 90er-Jahre (sic!) kostenfreie Wörterbücher an. Inzwischen umfasst LEO acht Sprachen und unterstützt den Suchenden mit Aussprache und einem Forum. Als weitere Alternative zu Google Translate bietet Microsoft den Bing Translator an.

Übersetungen mit LEO

In der nachfolgenden unvollständigen Übersicht finden Sie Alternativen zu häufig genutzten Googlediensten.

DienstGoogleAlternative
SuchmaschineGoogle Searchduckduckgo / Bing
LandkartenGoogle MapsOSM / Bing Maps
eMailGoogle MailRoundCube / GMX
KalenderGoogle KalenderCalDAV / Baïkal / SoGo
KontakteGoogle MailCardDAV / Baïkal / SoGo
OnlinespeicherGoogle DriveDropbox / SkyDrive
RSS-ReaderGoogle Readerselfoss / NetVibes
WebsitetrackerGoogle AnalyticsAWStats / piwik / ClickHeat
ÜbersetzungenGoogle Translate LEO / Bing Translator
ChatGoogle Talk Skype
Streaming VideoYouTubevimeo
BrowserGoogle ChromeFirefox / Chromium
DiagrammeGoogle ChartsOpen Flash Charts / Highcharts
URL-VerkürzerGoo.glbit.ly / TinyUrl / spsu.de
CodehostingGoogle CodeSourceForge / GitHub
Seiten OptimizerGoogle PageSpeedYahoo! YSlow
WeblogBloggerWordpress
DiskussionenGoogle GroupsYahoo Groups
ErdoberflächeGoogle EarthNASA World Wind

Grün gefärbte Dienste/Programme basieren auf Open Source.

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